Darum geht es in der vedischen Philosophie.
Ich mache ihre Impulse zugänglich.
»So nah an der Tradition wie nötig —
so zugänglich wie möglich.«
Nach einer spirituellen Erfahrung beschäftige ich mich seit Anfang 2025 intensiv mit Berichten und Studien zu Nahtoderfahrungen. Ausgehend von inhaltlichen Parallelen zwischen vedischen Schriften und Nahtoderfahrungen verstehe ich meine Arbeit als explorative Annäherung an Bewusstsein und Beobachterperspektive. Frei von dogmatischen Bindungen schlage ich eine Brücke zwischen vedischer Philosophie und zeitgenössischen spirituellen Erfahrungen.
Mein Schwerpunkt liegt bei Sāṃkhya und Yoga — wie sie die Bhagavad Gītā vertieft und verankert. Was mich an diesem Ansatz hält, ist seine konsequente Unterscheidung: zwischen dem Beobachter und dem Beobachtbaren, zwischen puruṣa und prakṛti. Bewusstsein ist in diesem Rahmen nicht materiell — es ist fundamental verschieden von Gedanken, Gefühlen und Körper. Diesen Dualismus halte ich für den präzisesten Rahmen, um zu beschreiben, was Menschen in Nahtoderfahrungen berühren: die klare Erfahrung, mehr zu sein als der Körper, und die Beobachterperspektive, die sich in diesen Momenten enthüllt.
साक्षित्वमस्य पुरुषस्य
»Das Selbst ist von Natur aus Zeuge — es beobachtet, ohne selbst beteiligt oder verändert zu sein.«
Sāṃkhya Kārikā · Vers 19
Aus dieser Arbeit ist »zurūck« entstanden — eine Orientierungsplattform für Menschen, die von einer Nahtoderfahrung zurückgekehrt sind. Sie stellt ihre Erfahrungen neben die Aussagen der vedischen Philosophie.
Dr. Alok Kanojias Vorlesungen über vedische Psychologie waren der erste Zugang, den ich gefunden habe. Was danach folgte, war ein intensives Studium: Vedische Psychologie am Jiva Institute. Edwin Bryants Übersetzung der Yoga Sūtras — alle 598 Seiten. Eine Studiengruppe, die ich gegründet habe, um den Text Woche für Woche durchzuarbeiten, Sūtra für Sūtra. Und schließlich Sanskrit am Oxford Centre for Hindu Studies.
Nichts davon macht mich zum Gelehrten. Was es mir gegeben hat, ist etwas anderes: die Fähigkeit, eine Schrift zu lesen und zu verstehen. Zu begreifen, was sie über das menschliche Bewusstsein zu sagen hat.
Diese Quellen haben mein Studium geprägt — für alle, die weitergehen möchten. Deutschsprachige Empfehlungen folgen. Eine Auswahl englischsprachiger Quellen findest du auf der englischen Seite →
Sāṃkhya Kārikā
Yoga Sūtras
Bhagavad Gītā
Die meisten antworten mit dem, was sich ständig ändert: Rollen, Beruf, Familienstand. Aber was bleibt gleich? Mit fünf warst du schon du. Mit dreißig bist du immer noch du… und mit achtzig auch. Die vedische Philosophie geht seit Jahrtausenden dieser Frage nach: Wer bist »du«, wenn sich alles andere verändert? Wer ist dieser Beobachter, der deine Gedanken, deine Gefühle und deine Identität beobachten kann? Oder wer bist »du«, wenn du eine außerkörperliche Erfahrung gemacht hast?
In diesem Vortrag schauen wir uns an, was die vedischen Traditionen darüber sagen, wer wir sind — und woran es liegt, dass wir uns trotzdem mit dem, was sich ändert, identifizieren.
Dieser Vortrag ist in Vorbereitung. Wenn du erfahren möchtest, wann und wo er stattfindet — bleib auf dem Laufenden.
Zwei Vorträge. Erst die Struktur der Wirklichkeit — dann der Mechanismus, der sie verdeckt.
Die vedische Tradition setzt zur Beantwortung der Frage »wer wir sind« eine Grundunterscheidung voraus: zwischen dem Beobachter und dem Beobachtbaren.
Um diese Unterscheidung nachvollziehen zu können, setzen wir uns in Grundlagen I mit dem philosophischen System Sāṃkhya auseinander. Sāṃkhya beschäftigt sich mit Puruṣa — dem reinen Bewusstsein, dem Beobachter — und Prakṛti — allem, was beobachtet werden kann, einschließlich Gedanken, Gefühle und Körper — und bildet damit die theoretische Grundlage, die allen weiteren Vorträgen vorausgeht.
Sāṃkhya beschreibt, was wir nicht sind — ein vollständiges System über das Beobachtbare, Prakṛti. Alles nicht »du«. Aber wenn das so klar ist — warum identifizieren wir uns trotzdem mit dem, was wir beobachten?
Patañjali nennt den Grund avidyā — Nichtwissen, das tiefer sitzt als ein bloßer Irrtum. Es ist die hartnäckige Gewohnheit, sich für das zu halten, was man beobachtet: für die Gedanken, die Gefühle, die Rollen, den Körper. In Grundlagen II schauen wir uns diesen Mechanismus an — und die fünf Muster (kleśas), die ihn am Laufen halten.
Wenn das Problem klar ist, wird auch der Weg zur Lösung sichtbar: Die verschiedenen Yoga-Wege, die in den Folge-Vorträgen vorgestellt werden, setzen genau hier an.
Diese Vorträge sind in Vorbereitung. Wenn du erfahren möchtest, wann und wo sie stattfinden — bleib auf dem Laufenden.
Die Bhagavad Gītā beschreibt nicht einen Weg — sondern vier. Erkenntnis, Meditation, Handeln, Hingabe. Verschiedene Zugänge, ein Ziel: zurück zu wer wir sind.
Jñāna Yoga ist der Weg über Erkenntnis — die direkte Unterscheidung zwischen dem, was wir sind, und dem, was wir zu sein glauben. Nicht als intellektuelle Übung, sondern als ein fortschreitendes Durchschauen der Verwechslung, bis die Frage »Wer bin ich?« sich selbst beantwortet. Die Bhagavad Gītā behandelt jñāna als wesentliche Qualität, die alle Wege durchzieht (BG IV.33: »Alle Handlung findet ihre Erfüllung im Wissen«). Der Inhalt von jñāna yoga — die Erforschung der Natur des Selbst, die Unterscheidung zwischen ātman und dem, was dafür gehalten wird — wurzelt in den Upaniṣads, insbesondere der Bṛhadāraṇyaka und der Māṇḍūkya. Die systematische Formulierung als eigenständiger Weg ist das Werk der Vedānta-Tradition.
Aṣṭāṅga Yoga — der achtgliedrige Pfad, beschrieben von Patañjali (YS II.29) — ist der Weg, der direkt und systematisch mit dem Geist arbeitet. In acht Gliedern — von der ethischen Haltung (yama, niyama) über körperliche Stabilität (āsana), Atemregulierung (prāṇāyāma) und das Zurückziehen der Sinne (pratyāhāra) bis hin zu Konzentration (dhāraṇā), Meditation (dhyāna) und Versenkung (samādhi) — wird die Aufmerksamkeit schrittweise nach innen gelenkt, bis die Bewegungen des Geistes zur Ruhe kommen und das sichtbar wird, was darunter liegt. Der Pfad ist im Sādhana Pāda der Yoga Sūtras definiert (YS II.29–55); die inneren Glieder werden am Anfang des Vibhūti Pāda definiert (YS III.1–3). Die Bhagavad Gītā widmet der meditativen Dimension dieses Weges ein eigenes Kapitel (BG VI), das sie dhyāna yoga nennt — Kṛṣṇas Lehre über die innere Versenkung und die direkte Wahrnehmung des ātman. In der späteren Tradition wird dieser Weg manchmal Rāja Yoga genannt.
Karma Yoga ist der Weg über selbstloses Handeln — handeln, ohne am Ergebnis zu haften. Nicht weniger tun, sondern anders: die Handlung als Ausdruck von dharma statt als Werkzeug des Ego. BG II.47 — karmaṇy evādhikāras te mā phaleṣu kadācana (»Du hast ein Recht auf die Handlung, nie auf ihre Früchte«) — ist der Kernsatz. Die Bhagavad Gītā ist die Primärquelle; karma yoga wird in den Kapiteln II und III etabliert. Kapitel IV vertieft die Lehre, indem es selbstloses Handeln in den größeren Rahmen des Wissens stellt, und Kapitel V löst die scheinbare Spannung zwischen Handeln und Entsagung auf: karma yoga, richtig verstanden, ist Entsagung — nicht das Aufgeben der Handlung, sondern das Loslassen der Anhaftung darin.
Bhakti Yoga ist der Weg über Hingabe — die Identifikation mit dem Ich auflösen, indem man sich ganz auf etwas richtet, das größer ist als das eigene Ich. Nicht blinder Glaube, sondern eine bewusste Ausrichtung, in der das Ich nach und nach durchlässig wird. Die Bhagavad Gītā ist die zentrale Schrift für bhakti. Ab BG VII lehrt Kṛṣṇa die Natur des Göttlichen und die Praxis der Hingabe; BG IX beschreibt die Hingabe im Alltag, BG XI die direkte Offenbarung, und BG XII — das eigentliche Bhakti-Yoga-Kapitel — stellt Hingabe als den Weg dar, der dem Göttlichen am nächsten kommt.
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